Es war einmal ein feuchter Knab

  1. Es war einmal ein feuchter Knab,
    der trank sich still hinüber,
    stiess in den Rasen seinen Stab
    und hing den Hut darüber.
    Barhäuptig unterm Wallnussbaum
    sass er im Gras und blies den Schaum
    und sah dann überm Kruge
    oft nach der Wolken Zuge.

  2. Er sagte wohl: Ist denn der Mund
    gar nütze nur zum Sprechen?
    Ich mein', er ist im Erdenrund
    das Trichterlein zum Zechen.
    Wer weiss, wozu der Staub so weht,
    warum der Krebs so rückwärts geht
    und wieviel uns im Leben
    Trinketage noch gegeben.

  3. Und als er seinen letzten hob,
    gab er uns weise Lehre:
    Fürwahr, es ist ein feines Lob,
    wenn sonder Schad' und Schwere
    ein ehrenfester Biedermann
    sein würdig Mass vertragen kann;
    das längert seinen Namen,
    und wer's begehrt, sprech: Amen!

Worte: Julius Wolff.
Weise: Karl Friedrich Weinberger.

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