Wenn im Purpurschein

KV-Liederbuch Seite 218

    Herbst

  1. Wenn im Purpurschein
    blinkt der wilde Wein,
    und am Bach die Weide steht bereift;
    |:wenn die Zeitlos' blüht,
    wenn die Drossel zieht
    und ihr Scheidelied
    vom Schlehdorn pfeift.:|

  2. Wenn in Wald und Feld
    laut der Bracke bellt
    und das schlanke Reh verbluten muß;
    |:wenn die Haselmaus
    in ihr Winterhaus schleppt die allerletzte Buchennuß:: |

  3. Dann ade ihr Felder,
    Berge, Föhrenwälder,
    Pfarrer, Förster, Schultheiß, Müller, Bäck! |:Hab' das Wandern satt,
    ziehe nach der Stadt,
    wo der Roland steht am Rathauseck. :|

  4. Blondes Gretelein,
    laß das Trauern sein!
    Mit den Schwalben komm' ich wieder her;
    |:sollt" ich sterben eh'r,
    weine nicht so sehr,
    weil es schad" um deine Äuglein wär'.:|

Worte: Rud. Baumbach, 1879 (1840—1905)
Weise: Vor 1849
(Aus d. Dt. Kommersbuch, Verl. Herder Frbg.)

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